Es waren 93 Minuten gespielt, da gab es auf der Schwabmünchner Bank kein Halten mehr. Soeben hatte sich Philip Gmell in der eigenen Hälfte den Ball geschnappt, war die Linie in Richtung Kirchanschöringer Tor hinab gespurtet, am Strafraum nach innen abgebogen und hat das Spielgerät mit seinem eigentlich schwächeren linken Fuß im Tor versenkt. Sekunden später war er unter einer jubelnden Menschentraube begraben.
„Wir haben in dieser Saison immer wieder in der Schlussphase Tore bekommen und so Punkte verloren, dieses Mal haben wir das so gemacht“, sagt ein erleichterter Trainer Emanuel Baum nach der Partie im Traunsteiner Land. Mit dem zweiten Sieg in Serie konnten die Schwabmünchner ein kleines Polster zwischen sich und den Abstiegsplätzen schieben.
Durch den Ausfall von Luca Boyer musste TSV-Coach Baum ein wenig seine Startelf umbauen. Für Boyer rückte Simon Paulus als „Sechser“ aufs Feld. Doch schon nach etwas mehr als 20 Minuten mussten die Schwabmünchner ein erstes Mal wechseln. Manuel Schmid musste angeschlagen runter, für ihn kam Tim Heckmeier ins Spiel. Die Schwarz-Weißen waren bis dahin gut in der Partie, verpassten es aber, wirklich gefährliche Aktionen zu generieren.
Bis kurz vor dem Seitenwechsel. Da kamen die Schwabmünchner zu einer Reihe von guten Torgelegenheiten. Im vierten Anlauf landete der Ball bei Maximilian Aschner, dessen Schussversuch von der Hand eines Kirchanschöringers geblockt wurde. Den folgenden Elfmeter versenkte Matteo Di Maggio souverän zur nicht unverdienten Schwabmünchner Führung.
„Wir wollten in der zweiten Hälfte an die erste anknüpfen, doch das hat nicht wirklich funktioniert“, so Emanuel Baum nach dem Spiel. Dass der Trainer mit der Leistung nicht zufrieden war, war auch immer wieder über den ganzen Platz zu hören. Baum nimmt sein Team aber auch in Schutz: „Wir mussten in der zweiten Hälfte dreimal verletzungsbedingt wechseln und umstellen. Das war nicht einfach.“
So war der Ausgleichstreffer der Gastgeber nicht unverdient. Danach witterte Kirchanschöring Morgenluft und erhöhten den Druck, doch die Schwabmünchner hielten die Oberbayern weitgehend erfolgreich von ihrem Tor fern. „Wir wollten uns auch mit dem Unentschieden nicht unbedingt zufriedengeben“, so Emanuel Baum. Vor allem wohl nicht Philip Gmell.
TSV Schwabmünchen: Zeche, Kusterer, Schmid (24. Heckmeier), Muha, Aschner (79. Speiser), Paulus, Di Maggio, Krist (68. Gmell), Boyer (72. Kusterer), Uhde (58. Glöckle), Gumpinger - Tore: 0:1 Di Maggio (43. Handelfmeter), 1:1 Nicklas (59.), 1:2 Gmell (90.+3) - Schiedsrichter: Eßberger (Geiselhöring) - Zuschauer: 385.