„Brutal.“ Das war die erste Reaktion von Manuel Baum, Trainer des Fußball Bayernligisten TSV Schwabmünchen auf die Frage nach der Ausfallsituation. „Am Dienstag waren es noch elf Feldspieler im Training“, sagt er. „Ich beklage mich ja selten, aber das ist schon kritisch“, ergänzt der Trainer. Aktuell vermelden die Schwabmünchner sechs Langzeitausfälle, dazu kommt eine noch höhere Zahl an angeschlagenen oder kranken Spielern.
„Aber daran können wir erst einmal nichts ändern“, so Baum, der hofft, dass sich am Freitag der eine oder andere Spieler wieder zurückmeldet. „Aber auch die, die zuletzt reingekommen sind, haben einen guten Job gemacht“, sagt der Trainer. Exemplarisch nennt er dabei Benedikt Berger, der in Ismaning eine starke Leistung bot. „Wir haben volles Vertrauen in die Jungs“, so Baum.
Wenn nicht die vielen Ausfälle wären, stünden die Vorzeichen für die Partie gegen den TSV 1860 Rosenheim (Samstag, 14 Uhr, Siegmund-Arena, Schiedsrichter Nicolas Dolderer, SV Bernried) ganz gut. Die Oberbayern haben bislang auswärts kaum Gefahr ausgestrahlt und erst drei Punkte auf fremden Platz geholt, einen Sieg hat es noch gar nicht gegeben. In den acht Auswärtsspielen trafen die Rosenheimer nur sechsmal und mussten 18 Gegentore hinnehmen.
Mit 20 erzielten Toren ist die junge Rosenheimer Mannschaft wenig torgefährlich. Die Hauptlast liegt dabei auf Edis Muhameti, der mit elf Toren mehr als die Hälfte der gesamten Rosenheimer Treffer erzielt hat. Vergangenen Woche wurde der schon nach 35 Minuten verletzt ausgewechselt. Ob er am Samstag auflaufen kann, ist fraglich. Ein Nachteil wäre das für Schwabmünchen nicht.
„Die Rosenheimer sind eine sehr junge Truppe“, so Emanuel Baum über den kommenden Gegner, den er zudem als sehr laufstark einschätzt. Doch die Jugend bringt auch Nachteile. „Manchmal fehlt da die taktische Ordnung“, sagt Baum nach der Beobachtung des Gegners. Ein Umstand hat ihn besonders beeindruckt: „Da sind ganz viele Eigengewächse dabei. Das ist stark.“ Und kann auch ein Faktor sein, wenn es um Eigenschaften wie Zusammenhalt und Wille geht.
Mit Blick auf den Samstag stapelt Baum tief. „Eigentlich wollen wir gewinnen. Doch aufgrund der personellen Situation würde mir auch ein Punkt genügen“, sagt er. Aber er verheimlicht auch nicht, dass er in der jetzigen Lage auch eine Chance sieht. „Gerade die Spieler, die bislang nicht so im Fokus standen, können sich jetzt zeigen“, sagt der Trainer. Und der Eine oder Andere hat dies zuletzt auch genutzt.