Der TSV Schwabmünchen bleibt in der Fußball Landesliga weiterhin ungeschlagen. Gegen den SV Manching spielten die Schwarz-Weißen eine halbe Stunde in Unterzahl und war dabei weiter spielbestimmend. Am Ende war jedoch nicht der erneut starke Auftritt des TSV Thema des Spiels, sondern der Platzverweis für Luca Boyer. Dieser kam auf kuriose Art zustande.
Boyer sah nach einer guten Stunde beim Spielstand von 1:0 glatt Rot. Die Szene war undurchsichtig, weil abseits des Geschehens. Boyer wurde von Schiedsrichterin Iris Spitaler vom Feld geschickt, da er am Knie leicht blutete. Hinter der Seitenlinie wollte er seinen Stutzen über den Kratzer ziehen und wieder aufs Feld. „Das hat dem Linienrichter aber nicht genügt“, so Boyer. „Der stieß mich weg und stolperte rückwärts“, ergänzt er. Dabei musste er die Arme hochreißen, um sein Gleichgewicht zu halten. Da er in einer Hand einen nassen Schwamm hatte, mit dem er den Kratzer abgewaschen hatte, spritze von diesem Wasser ins Gesicht des Linienrichters. „Das hat der wohl als Angriff ausgelegt“, so Boyer.

Chancenwucher in der ersten Hälfte

Schwabmünchen startete hellwach in die Partie und hatte schon in den ersten Minuten Maximilian Aschner und Matteo di Maggio in aussichtsreicher Postion, nach zwölf Minuten hätte durchaus die Schiedsrichterpfeife ertönen können, als di Maggio im Strafraum gelegt wurde. Nach einer guten Viertelstunde ließ der Druck der Hausherren nach, wobei Manching davon nicht profitieren konnte.
So dauerte es bis zur 30. Minute, ehe Schwabmünchen wieder ein offensives Lebenszeichen setzte, als Tim Uhde den Ball an die Latte schoss. Bis zur Pause folgten weitere hochkarätige Chancen, aber kein Tor. „Die erste Hälfte war, bis auf die Torausbeute, richtig gut“, bilanzierte TSV-Trainer Emanuel Baum nach der Partie.

Simon Amann mit Joker-Doppelpack

Die zweite Hälfte begann mit der ersten guten Manchinger Chance, im direkten Gegenzug machte Richard Gumpinger dann fast das 1:0 für Schwabmünchen. Kurz darauf wurde Matteo di Maggio erneut im Strafraum zu Fall gebracht und wieder blieb die Pfeife der Schiedsrichterin stumm. Gut zehn Minuten nach Wiederbeginn konnten die Schwabmünchner endlich jubeln. Richard Gumpinger verwertete eine Flanke von Manuel Schmid per Kopf zum 1:0. Auch danach blieb Schwabmünchen am Drücker – bis zum Platzverweis von Luca Boyer durch das, von vielen Zuschauern als „nicht ligatauglich“ beschriebene Schiedsrichtergespann.
Manchig startete die Überzahl mit einem Lattentreffer, doch das war es auch schon mit den Bemühungen der Oberbayern. Schwabmünchen war, mit einem Mann weniger, spielbestimmend und phasenweise drückend überlegen. Nach 72 Minuten bekam der kurz zuvor eingewechselte Simon Amann gut 23 Meter vor dem Tor den Ball von Manuel Schmid, marschierte los, tanzte drei Manchinger aus und vollendete zum 2:0 ins lange Eck. Zehn Minuten später hatte Rückkehrer Noah Kusterer frei vor dem Tor die Entscheidung auf dem Fuß, jedoch gewann der Verteidiger in ihm und Kusterer klärte den Ball neben das Tor. Am Ende war es egal, denn nach einem feinen Zuspiel von Maximilian Krist sorgte Simon Amann für das 3:0.
In der Nachspielzeit gelang es den Schwabmünchner einmal nicht, den Ball zu klären und Manchings Topscorer Sebastian Graßl erzielte den Ehrentrffer zum 3:1-Endstand. Das war auch das Ende der beeindruckenden Schwabmünchner Serie ohne Gegentor aus dem Spiel heraus. Trotzdem war es erneut eine beeindruckende Schwabmünchner Leistung, die die Schwarz-Weißen zum verdienten Spitzenreiter der Landesliga macht.

Der TSV Schwabmünchen bleibt in der Landesliga weiterhin das Maß aller Dinge – und Trainer Emanuel Baum weiter bescheiden. Trotz einer über weite Strecken souveränen Leistung gegen Bayernliga-Absteiger Sonthofen, die in einem 2:0-Sieg endete, will Baum immer noch nicht von einem Traumstart sprechen. „Warten wir mal den August ab“, so Baum, der dann aber ergänzt: „Klar sind die fünf Siege in fünf Spielen super.“

Ausschlaggebend für den Schwabmünchner Erfolg sind zwei Tugenden, die die Schwarz-Weißen derzeit nahezu perfektionieren: Geduld und defensive Stärke. Auch der 1. FC Sonthofen, dessen Offensivabteilung schon im oberen Landesligasphären einzuordnen ist, hat am Ende kein Mittel gefunden, den Ball im Schwabmünchner Tor unterzubringen.

Sonthofen in der ersten Hälfte fast abgemeldet

„Ich glaube, das waren fast 90 Prozent Ballbesitz“, freute sich Schwabmünchens Trainer Baum über die erste Hälfte. Doch die hatte nur ein Problem: Zwar haben die Schwarz-Weißen die Gäste aus dem Allgäu faktisch nicht zum Zug kommen lassen, waren aber in der Offensive zu nachlässig. „Da hat uns ein wenig der Zug zum Tor gefehlt“, so Baum. Es dauerte lange, bis die Hausherren echte Torgefahr ausstrahlten. In der ersten Minute war es Tim Uhde, der per Kopf nach einer Ecke das Tor knapp verfehlte, doch danach war der TSV überlegen, aber ohne Torgefahr.

Erst nach einer halben Stunde wurde Schwabmünchen zwingender. Der Druck auf das Gästetor stieg, aber immer wieder fehlte im entscheidenden Moment das gewisse Etwas. Erst in den Minuten vor der Pause waren die Schwabmünchner wirklich gefährlich, am Ende hatte Maximilian Aschner nach einem Querpass noch die beste Chance, blieb am Ende aber ohne Erfolg.

Aschner wie einst Neureuther

„Wir haben in der Pause gesagt, dass wir zwingender werden wollen“, so Emanuel Baum nach dem Spiel. Gesagt, getan. Acht Minuten nach Wiederanpfiff fasste sich Maximilian Aschner ein Herz, drang von halbrechts in den Strafraum ein, umspielte vier Sonthofner und spitzelte den Ball an Gästekeeper Marco Zettler vorbei zum hochverdienten 1:0 ins Tor. „Das war wie einst Felix Neureuther im Slalom“, jubelte TSV-Ikone Heinz Schwarzenbacher nach dem Tor. Der Treffer gab Aschner Rückenwind, denn nur wenige Minuten später nahm er einen Ball am langen Eck direkt an und verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter.

Die Allgäuer wachten nach dem Rückstand auf und erinnerten sich daran, dass sie auch Fußball spielen können. Für Schwabmünchen hies das nun mehr Druck, doch bis auf wenige Momente war die Schwarz-Weiße Defensive Herr der Lage. Sonthofen drückte weiter und Schwabmünchen verpasste es, den sich bietenden Raum für einen Konter zu nutzen. Erst in der Schlussphase fiel dann die Entscheidung. Sonthofen war nach einer Zeitstrafe in Unterzahl und die Hausherren wurden gefährlicher. Erst scheiterte der eingewechselte Maximilian Krist knapp mit einem Kopfball, hatte aber wenig Zeit sich über die vergebene Chance zu ärgern. Denn die Schwarz-Weißen fingen den Aufbaupass der Sonthofener ab und Maik Uhde schickte Krist mit einem Traumpass auf die Reise. Dieser lies diesmal frei vor dem Tor nicht zweimal bitten und sorgte mit dem 2:0 für die Entscheidung.

So stand am Ende ein verdienter Sieg für die abgeklärtere Mannschaft. Schwabmünchen schafft es derzeit, defensiv stark zu agieren, ohne dabei das Spiel nach vorne zu vergessen. Nun gilt es dies zu bestätigen, damit Trainer Emanuel Baum auch bereit ist, das Wort „Traumstart“ zu benutzen.

TSV Schwabmünchen: Zeche, Kusterer, Schmid, Moser, Muha, Uhde, Aschner (77. Ammann), di Maggio (69. Krist), Boyer (72. Boyer), Uhde (90. Högg), Gumpinger (67. Gmell)

1. FC Sonthofen: Zettler, Lorenz, Simon, Martin, Bechter, Holzapfel, Sucur (55. Jozic), Eberle (81. Klinger), Streit, Hindelang, Lorenz (89. Paca)

Schiedsrichter: Schneider (Freising) - Zuschauer: 247

Tore: 1:0 Aschner (52.), 2:0 Krist (88.)

Nach der Verletzung von Simon Paulus haben die Schwabmünchner reagiert und Noah Kusterer verpflichtet. Der flexible Mittelfeldspieler ist in Schwabmünchen kein Unbekannter. Vergangene Spielzeit bestritt er beim Bayernligisten Türkspor Augsburg 26 Partien. In der Saison zuvor lief er 28-mal für Schwabmünchen in der Landesliga auf. Noah wird das Trikot mit der 13 tragen.

Vier Spiele – vier Siege. Es läuft bisher für den TSV Schwabmünchen. Nun steht am Sonntag (16 Uhr, Siegmund-Arena, Schiedsrichter Rico Spyra, FC Erding) mit dem 1. FC Sonthofen ein Gegner an, der zumindest auf dem Papier eine andere Hausnummer als die bisherigen Kontrahenten ist.
Der Absteiger hat nach einem wackeligen Start mit einer Niederlage und einem Unentschieden nun zweimal in Folge gewonnen. Die Sonthofer scheinen in der Landesliga angekommen – und dürften deswegen durchaus mit einer Portion Wut im Bauch nach Schwabmünchen kommen. Denn die Schwarz-Weißen haben mit dem Relegationserfolg gegen die Allgäuer ihren Teil dazu beigetragen, dass diese nun Landesliga spielen. Brisanz bringt auch der Umstand mit, dass diese Partie auch die erste Pokalrunde ist. Somit würde bei einem Unentschieden ein Elfmeterschießen folgen.

Die Defensive ist ein wichtiger Schlüssel

Um auch gegen Sonthofen erfolgreich zu sein, setzt Schwabmünchen weiter auf seine starke Defensive. Aus dem Spiel heraus hat der TSV bislang noch kein Gegentor bekommen. Die beiden Treffer, die die Schwarz-Weißen bislang hinnehmen mussten, fielen per Elfmeter. „Das machen wir bisher sehr gut“, freut sich auch Trainer Emanuel Baum. Welche Vorteile die starke Defensive bringt, hat sich auch in Illertissen gezeigt. In der zweiten Hälfte war Schwabmünchen zum einen nicht mehr so aktiv, zum anderen sind die Gastgeber besser ins Spiel gekommen. Am Ende entstanden trotz Illertisser Überlegenheit nicht viele Chancen.
Somit bleibt das Erfolgsrezept des TSV bestehen. „Geduld, Ballbesitz und im Spiel nach vorne flexibel“, umschreibt Trainer Baum, was er von seinem Team sehen will. „Die Mannschaft variiert ihre Angriffe, kann übers Zentrum kommen oder über die Flügel. Da ist es das Ziel, den Gegner vor Aufgaben zu stellen, die er nicht lösen kann“, ergänzt Baum. Und genau dies gelingt den Schwarz-Weißen zurzeit richtig gut. Vor allem das Flügelspiel profitiert davon, dass Baum einen Stürmer einsetzen und Maik Uhde daher eine Linie nach hinten rücken kann. Somit finden sich bei Flanken deutlich mehr Anspieloptionen im Strafraum als in der vergangenen Saison. Dazu kommt auch ein effektives Anlaufverhalten, welches dann wie beim dritten Treffer in Illertissen zu einem Tor führen kann.

Prüfstein Sonthofen

Am Sonntag wird sich zeigen, wie gut das bislang erfolgreiche Spiel gegen ein Team, welches zur Ligaspitze gezählt wird, umgesetzt werden kann. „Ich will die bisherigen Gegner nicht schlecht reden, aber Sonthofen mit seiner Bayernligaerfahrung ist auf dem Papier ein anderer Gegner als Aufsteiger und zweite Mannschaften“, so Baum. Der Trainer erwartet ein „spielerisch anderes Kaliber, ein Team, das selbst das Spiel gestalten will.“ Trotz der Erfolge in der Relegation warnt Baum davor, Sonthofen zu unterschätzen.

Der TSV Schwabmünchen bleibt in der Fußball Landesliga auch nach vier Spieltagen weiter ungeschlagen. Beim FV Illertissen II feierten die Schwarz-Weißen mit 3:1 den vierten Sieg und grüßen weiterhin als einzige verlustpunktfreie Mannschaft von der Tabellenspitze.

Erneut legte die Baum-Elf den Grundstein zum Erfolg in der ersten Hälfte. Im Vergleich zur Partie gegen Memmingen gab es nur einen Wechsel in der Startelf – Philip Gmell begann für Matteo di Maggio. Eine Maßnahme, die am Ende fruchtete.

Erster Guter Angriff bringt die Führung

Schwabmünchen war von Beginn an die tonangebende Mannschaft, war aber beim finalen Pass zu hastig und ungenau. Trotzdem hatte Gastgeber Illertissen nicht wirklich was vom Spiel, die wenigen Angriffe, die in der ersten Hälfte in Richtung Schwabmünchner Tor kamen, wurden von den Schwabmünchnern souverän weg verteidigt.

Es dauerte es bis zur 20. Minute, bis Schwabmünchen einen Angriff gut ausspielen konnte – und in Führung ging. Über den linken Flügel mit Manuel Schmid und Simon Amann kam der Ball ins Zentrum zum heranstürmenden Philip Gmell, der nach 31 Einsätzen für die Schwarz-Weißen seinen ersten Pflichtspieltreffer markierte.

In der Folgezeit bot sich dasselbe Bild wie vor dem 0:1: Schwabmünchen gab den Ton an, war aber weiter zu ungenau. Nach etwas mehr als einer halben Stunde stellten die Hausherren – etwas zweifelhaft – den Spielverlauf auf den Kopf. Fast schon zufällig tauchten sie zum ersten Mal vor dem Schwabmünchner Tor auf und der heraus stürmende  Fabio Zeche prallte mit Illertissens Luca Petrovic zusammen. Schwabmünchens Torhüter dürfte einen Tick schneller am Ball gewesen sein, Schiedsrichter Roland Rexha entschied trotzdem auf Elfmeter.

Ausgleich schockt Schwabmünchen nicht

Der daraus folgende Ausgleich zeigte jedoch nur wenig Wirkung. Direkt danach gab es schon die nächsten Chancen für Schwabmünchen. Und nach zwei aufeinanderfolgenden Ecken stand Tim Uhde richtig und brachte die Schwarz-Weißen wieder in Führung. Nur drei Minuten später trug das immer wieder intensive Anlaufen des TSV Früchte. Richard Gumpinger setzte die Illertisser Abwehr unter Druck, Maik Uhde eroberte den Ball schickte mit einem schönen Steckpass Simon Amann auf die Reise, der das Auge für den aus dem Rückraum kommenden Phillip Boyer hatte. Tor. Mit einem verdienten 3:1 ging es in die Pause.

In der zweiten Hälfte hatten die Gastgeber mehr vom Spiel, konnten aber gegen clever auftretende Schwabmünchner die Wende nicht mehr erzwingen. Die Schwarz-Weißen spielten routiniert, verpassten es aber, mit dem vierten Treffer den Erfolg frühzeitig klar zu machen. So bleibt am Ende ein verdienter Sieg der reiferen Mannschaft, die in diesem Zustand noch für viel Freude sorgen kann.

FV Illertissen II: Rommel, Wentzel, Kasper (81. Morina), Sama (69. Uebele), Aschmann, Musch, Merkel, Sönmez, Martin (69. Mirakaj), Bock (46. Brahaj), Petrovic (69. Kasper) (81. Morina)
TSV Schwabmünchen: Zeche, Boyer, Schmid, Moser (71. Aschner), Muha, Uhde, Gmell (76. Kusterer), Boyer (67. Emirzeoglu), Ammann (61. Krist), Uhde, Gumpinger (76. di Maggio)
Schiedsrichter: Rexha (München) - Zuschauer: 50
Tore: 0:1 Gmell (20.), 1:1 Wentzel (34. Foulelfmeter), 1:2 T. Uhde (36.), 1:3 P. Boyer (39.)

Nach drei Siegen aus drei Spielen will der TSV Schwabmünchen am Sonntag auch Erfolg Nummer vier eintüten. Dabei sind, mit Blick auf den Gegner, die Vorzeichen zur Partie am vergangenen Mittwoch fast identisch. Denn die Regionalliga-Reserve des FV Illertissen lässt sich durchaus ähnlich bewerten wie die des FC Memmingen: eine junge Mannschaft mit guter technischer und taktischer Ausbildung.
Einen Unterschied gibt es jedoch: Die Fluktuation im Kader ist nicht ganz so massiv wie in Memmingen, gerade was die Zahl der Abgänge betrifft. Damit dürften die Westschwaben in Sachen Eingespieltheit dem letzten Schwabmünchner Gegner überlegen sein. Trotzdem gehen die Schwabmünchner in Illertissen (Sonntag, 14 Uhr, Schiedsrichter Roland Rexha, MSV Bajuwaren) als Favorit ins Rennen.

Gute Form soll bestätigt werden

Die Erfolgsformel für die Schwabmünchner ist relativ einfach: Es gilt, die aktuelle Form zu halten. In den ersten drei Saisonspielen zeigten sich die Schwarz-Weißen schon erstaunlich reif in der Spielanlage, was vor allem auch Trainer Emanuel Baum freut. „Gerade die erste Halbzeit gegen Memmingen war stark“, lobt der Trainer.
Für Baum ist der aktuelle Zustand des Kaders fast schon eine Herausforderung. „Wir sind auf vielen Positionen so gut besetzt, dass es schwer fällt, einen Spieler auf die Bank zu setzen“, erklärt der Trainer. Die Herausforderung für Baum ist es dabei, trotzdem einen fixen Kern zu entwickeln, der das Grundgerüst des Teams bildet.

Illertissen kam gut aus den Startlöchern

Die Illertisser Talentschmiede kam durchaus gut aus den Startlöchern, die ersten beiden Saisonspiele mit Siegen gegen Kempten und Dachau ließen durchaus aufhorchen. Am Mittwoch gab es in Stätzling jedoch die erste Niederlage. Wichtiger Faktor beim FVI ist Kapitän Maximilian Merkel, der mit seinen 26 Jahren in Illertissen schon als „alter Hase“ gilt. In der Offensive sorgt Neuzugang Finn Annabring für Aufsehen, der bislang zweimal traf und mit der Empfehlung von 38 Bezirksligatoren antritt. Im Tor ist Valentin Rommel ein wichtiger Faktor. Das zeigte sich vor allem in der Vorsaison, als er die Schwabmünchner an den Rand der Verzweiflung brachte.

Drei Spiele, drei Siege, 11:1 Tore – aber von einem Traumstart will Schwabmünchens Trainer Emanuel Baum noch nichts wissen. „Jetzt geht es erstmal nach Illertissen, dann kommt Sonthofen. Dann schauen wir, wo wir stehen. Und dann reden wir über den Start“, stellt Baum klar. Derzeit sieht es unbestreitbar richtig gut für die Schwabmünchner aus. Auch wenn die drei Auftaktgegner nicht zur Landesligaspitze gezählt werden, ist die Art und Weise, wie die Erfolge zu Stande kamen, beeindruckend.

Auch gegen „Underdogs“ muss erst einmal erfolgreich gespielt werden. Wie schon gegen Niedersonthofen überzeugten die Schwabmünchner beim 3:0-Heimerfolg vor allem mit einer, für den frühen Zeitpunkt in der Saison, reifen Spielanlage. So hatten die Schwarz-Weißen gefühlt über die vollen 90 Minuten immer die Spielkontrolle.

Überragende erste Hälfte

Vor allem die ersten 45 Minuten waren am Mittwochabend eine Lehrstunde für die Gäste aus Memmingen. Die zeigten sich bemüht, wollten sichtlich aktiv mitspielen. Am Ende waren sie aber nur in der Zuschauerrolle. Der TSV ließ den Gästen kaum Ballbesitzphasen zu, so war es kein Wunder, dass der erste brauchbare Torschuss der Allgäuer nach einer guten halben Stunde gezählt wurde. Da lag Schwabmünchen schon mit 2:0 in Führung.

Und die war verdient, denn die Schwarz-Weißen machten von Beginn an Druck, scheiterten erst aber immer wieder am besten Memminger: Torhüter Benjamin Frick. Nach einer guten Viertelstunde war der dann aber auch chancenlos. Von Phillip Boyer angespielt, zog Maik Uhde aus der Drehung ab und vollendete sehenswert zum 1:0. Nur drei Minuten später konnte Schwabmünchen wieder jubeln. Diesmal legte Uhde Boyer aus. Bei einem Freistoß von Außen wartete alles auf den Ball ins Zentrum, doch Maik Uhde legte auf Boyer zurück, der den Ball aus gut 16 Metern in die Maschen hämmerte.

Entscheidung fällt noch vor der Pause

Kurz vor der Pause sorgten die Hausherren für die endgültige Entscheidung. Mit einem schönen Diagonalpass fand Maximilian Aschner Maik Uhde, der auf den heranstürmenden Simon Amann ablegte. Der Ex-Memminger bewies im Strafraum Übersicht und legte auf Richard Gumpinger quer - 3:0.

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie etwas. Von Seiten der Memminger kam wenig bis nichts, und Schwabmünchen konnte so mit überschaubarem Aufwand das Spiel weiter kontrollieren. Der vielleicht einzige Makel dabei war, dass die Überlegenheit nicht in mehr Tore umgemünzt wurde. Memmingen hatte in der Schlussphase noch die Gelegenheit, Ergebniskosmetik zu betreiben, doch der Pfosten und kurz darauf TSV-Torhüter Fabio Zeche verhinderten dies.

TSV Schwabmünchen: Zeche, L. Boyer, Schmid (79. Gmell), Moser, Muha, T. Uhde, Aschner (61. di Maggio), P. Boyer (73. Högg), Ammann (68. Krist), M. Uhde, Gumpinger (77. Glöckle)

FC Memmingen II: Frick, Jarsch, Gerhardt (61. Eurisch), Mayer, Lang (77. Seitz), Reichert, Bareis (46. Bajramovic), Brader, Kroh (62. Ölmez), Henkel (77. Boroh), Fofanah

Schiedsrichter: Eichentopf (München) - Zuschauer: 262

Tore: 1:0 M. Uhde (16.), 2:0 P. Boyer (19.), 3:0 Gumpinger (45.)

Nach den Auftakterfolgen gegen die Aufsteiger Stätzling und Niedersonthofen steht die Landesligafußballer des TSV Schwabmünchen mit der U21 des FC Memmingen ein ganz anderer Gegner auf dem Programm. Die Allgäuer bieten eine Mischung, die Jahr für Jahr schwer einzuschätzen ist. Auf der einen Seite stehen technisch und taktisch gut ausgebildete Spieler auf dem Platz, auf der anderen Seite fehlt es an Erfahrung und Körperlichkeit.
Dass die Memminger Mannschaft nicht zu unterschätzen ist, zeigt auch der Blick auf die vergangenen Spielzeiten. Nur ein Sieg gelang den Schwabmünchner in den vergangenen sechs Partien gegen den FCM, dazu kommen drei Unentschieden und zwei Niederlagen. Es ist also an der Zeit für Schwabmünchen, am Mittwochabend (18.30 Uhr, Schiedsrichter Ken Eichentopf, SpVgg Mauern) diese Bilanz aufzubessern.

Chancenverwertung wird wichtig sein

Nach dem 5:0-Erfolg am Wochenende gegen Niedersonthofen „wird gegen Memmingen vor allem die Chancenverwertung wichtig sein“, ist TSV-Trainer Emanuel Baum überzeugt. Denn auch wenn am Freitag fünf Treffer gelangen, wurde gerade einmal ein Drittel der Torgelegenheiten genutzt. „Ich denke, diesmal werden wir nicht so viele Chancen bekommen, daher müssen wir die besser nutzen“, so Baum. Vor allem bei Flanken fordert der Trainer mehr Zielstrebigkeit, um das gesteckte Ziel zu erreichen: den nächsten Sieg.
Baum weiß, dass die Memminger gut ausgebildet sind, sieht aber auch einen möglichen Schwachpunkt beim Gegner: „Die Mannschaft hat, wie fast alle Jahre, mehr als zehn Zu- und Abgänge. Da kann es ein Vorteil sein, so früh gegen Memmingen zu spielen. Die sind noch nicht eingespielt und die jungen Spieler sind auch die Gangart im Herrenfußball noch nicht gewohnt.“ Wenig Sorgen macht sich Schwabmünchens Trainer um die Anforderungen, die auf seine Defensive zukommen. „Das war gegen Stätzling schon ordentlich, gegen Niedersonthofen haben wir eigentlich gar nichts zugelassen“, so Baum.

Memmingen will kein Kanonenfutter sein

Die Memminger, die zum Ligaauftakt in Kempten unterlagen, konnten vergangenes Wochenende mit einem Treffer in der Nachspielzeit gegen Stäzling den ersten Sieg einfahren. Trainer Bernd Maier sieht seine junge Mannschaft vor einem echten Härtetest, will sich aber nicht kampflos geschlagen geben. „Wir fahren nicht unter der Woche nach Schwabmünchen, um Kanonenfutter zu sein“, so Maier. Er bezeichnet die Partie als ersten echten Härtetest für seine neu formierte Elf und setzt auf eine stabile Defensive sowie auf das nötige Quäntchen Extra-Motivation gegen einen übermächtigen Gegner. Eine Extra-Motivation, die wohl auch die Schwabmünchner haben dürfen, nachdem im Vorjahr nur ein Punkt gegen Memmingen herausgesprungen war.

Die etwas mehr als 250 Zuschauer dürften am Freitagabend trotz leichtem Nieselregen zufrieden den Heimweg vom Schwabmünchner Fußballplatz angetreten haben. Immerhin gab es zuvor einen deutlichen 5:0-Heimsieg der Schwarz-Weißen zu bejubeln. Bereits zur Pause war schon klar, dass die Punkte wohl in Schwabmünchen bleiben werden.

Die Hausherren waren von Beginn an dominant, ließen dem Gegner kaum Raum und zeigten sich, als es darauf ankam, effektiv vor dem Tor. Zwar waren die Niedersonthofener auch nicht der erwartete Prüfstein, aber das Auftreten der Gastgeber über weite Strecken  beeindruckte trotzdem.

Startelfdebüt mit einem Tor und einer Vorlage gerechtfertigt

Schwabmünchens Trainer Emanuel Baum veränderte die Startaufstellung nach dem Sieg in Stätzling auf drei Positionen. Luca Boyer übernahm von Maximilian Muha in der Innenvereidigung, Matteo di Maggio starte links für Maximilian Krist und Richard Gumpinger begann als Sturmspitze. Grund hier war auch der Ausfall von Simon Paulus, der wohl mehrere Wochen fehlen wird. Dadurch rückten Phillip Boyer und Maik Uhde mehr ins Mittelfeld.

Und Gumpinger machte schnell Werbung in eigener Sache. Bereits nach sieben Minuten war er mit dem Kopf zur Stelle und verwertete eine Moser-Flanke zum 1:0. In der Folgezeit blieb Schwabmünchen am Drücker. Die Gastgeber hatten viel Ballbesitz und versuchten mit Geduld die beiden defensiven Ketten, die Niedersonthofen hinter der Mittelline aufgebaut hat, auszuhebeln. Das gelang immer wieder, doch zählbares sprang dabei vorerst noch nicht heraus. Trotzdem beeindruckten die Schwabmünchner, mit wie viel Ruhe und Geduld sie dies angingen.

Mit dem Pausenpfiff war alles klar

Erst nach einer knappen halben Stunde waren die Schwabmünchner Bemühungen dann erfolgreich. Richard Gumpinger bewies im Strafraum Übersicht und legte den Ball auf Maik Uhde quer, der keine große Mühe mehr hatte, das 2:0 zu erzielen. Mit dem Pausenpfiff kam dann die gefühlte Vorentscheidung. Maik Uhde erkämpfte sich den Ball und lupfte das Spielgerät mit viel Übersicht über die Niedersonthofener Defensive zum 3.0 ins Netz. Direkt danach ging es in die Pause.

Notbremse besiegelt Niedersonthofener Resthoffnung

Sollten die Gäste nach dem Seitenwechsel noch Hoffnung auf eine Wende gehabt haben, waren diese schnell nach Wiederbeginn beseitigt. Nach einem schönen Pass aus der Tiefe war Maik Uhde alleine auf dem Weg zum Tor, der ihm nacheilende Lenni Tröber konnte ihn nur noch am Trikot halten -  somit gab es Rot wegen Notbremse. Der daraus resultierende Freistoß wurde im ersten Versuch abgewehrt, der Ball kam jedoch zu Maximilian Aschner, der Tim Uhde auflegte und Schwabmünchens Kapitän wuchtete den Ball zum 4:0 in die Maschen. Fünf Minuten später köpfte Lucas Kusterer eine Ecke von Maik Uhde zum 5:0 in die Maschen. Schwabmünchen lies es danach locker angehen, wechselt fleißig und vergab noch die ein oder andere Chance.

TSV-Coach Emanuel Baum war zufrieden mit dem Auftritt seines Teams, vor allem mit dem geduldigen Auftritt in der ersten Hälfte. Dass es durchaus mehr Tore hätten sein können, war für ihn nicht von zu großer Bedeutung. „Bei einem 5:0 sollte man das nicht allzu hoch hängen“, stelle er fest.

TSV Schwabmünchen: Zeche, Kusterer, L. Boyer, Schmid (70. Gmell), Moser, T. Uhde, Aschner (60. Glöckle), di Maggio (70. Krist), P. Boyer (77. Emirzeoglu), M. Uhde, Gumpinger (60. Ammann)
SG Niedersont./Martinsz.: Frasch, Mayr (46. Lask), Bayrhof, Picknik, Mayer, Durach (81. Maderholz), Gebhart, Frasch (68. Albrecht), Tröber, Thum, Kreuzer (77. Lechner)
Schiedsrichter: Widholz (Pöcking) - Zuschauer: 253

Nach dem Auftakterfolg in Stätzling war die Erleichterung im Schwabmünchner Lager groß. Doch der durchaus wichtige Auftaktsieg gegen den Aufsteiger ist abgehakt, denn am Freitagabend steht schon der nächste Liganeuling vor der Tür. Zum ersten Heimspiel der Saison (18 Uhr, Schiedsrichter Yunis Widholz, SC Pöcking) ist Niedersonthofen zu Gast. Die Allgäuer haben sich als souveräner Meister der Bezirksliga Süd den Platz in der Landesliga gesichert.
Die Vorfreude auf die Partie ist bei den Schwabmünchner groß. Da die komplette Vorbereitung auswärts bestritten wurde, ist es das erste Heimspiel für den TSV. „Und an einem Freitagabend kommen meist mehr Zuschauer“, hofft Trainer Emanuel Baum, der ebenfalls „richtig heiß“ auf die Heimpremiere gegen die „Niso-Boys“ – so nennen sich die Allgäuer selbst – ist.

Niedersonthofen ist ein spezielles Team

Denn der „Dorfclub“ aus dem Oberallgäu lebt seinen Traum weiter. In der Spielzeit 2019/2021 kickte die SG Niedersonthofen/Martinszell – so heißt der Klub offiziell – noch in der Kreisklasse Allgäu. Nach nur einem Jahr in der Kreisliga ging es direkt in die Bezirksliga. Schon im ersten Jahr erreichten die Oberallgäuer Rang vier, den sie im Folgejahr bestätigten. Vergangene Saison dann das Husarenstück: Drei Spieltage vor Ende der Spielzeit stand der Meistertitel und damit der Aufstieg in die Landesliga fest. 21 Siege in 30 Spiele mit nur 21 Gegentoren zeigen auch auf, wo die Stärker der „Niso-Boys“ liegt: Eine schwer zu knackende Abwehr. Hinter dieser Abwehr steht Lukas Frasch im Tor, der mit seinem ebenfalls spielenden Bruder Simon Teil des Trainerteams von Spielertrainer Felix Thum ist. Der blickt auf Landes- und Bayernligaerfahrung in Kempten und Sonthofen zurück und ist eng mit dem Erfolg der Niedersonthofener verbunden, da mit ihm die Zeit der Aufstiege der „Niso-Boys“ begann. Thum ist zusammen mit Christian Kreuzer die „offensive Benchmark“ des Bezirksliga-Meisters. Kreuzer traf in den vergangenen zwei Bezirksliga-Jahren immer mehr als 20-mal. Auch beim Auftaktsieg gegen Oberweikertshofen netzte er zweimal ein.

In der vergangenen Spielzeit lernte Emanuel Baum die Allgäuer als sehr spielstark kennen. „Doch ich habe mir sagen lassen, dass sie zuletzt eher auf lange Bälle gesetzt haben“, so der Trainer. Und eines ist für ihn klar: „Es wird nicht leichter als in Stätzling.“ Das bedeutet auch, dass die Schwabmünchner sich steigern müssen. „Wir haben uns in der zweiten Hälfte gesteigert, waren defensiv gut. Vor allem, dass und der zwischenzeitliche Ausgleich nicht umgeworfen hat, war wichtig. Trotzdem können wir es besser“, stellt Baum klar, der auch auf die Eingespieltheit der Allgäuer verweist.

Für den Erfolg sollen Details besser werden

„Dass der Sieg in Stätzling wertvoll war, zeigen auch die anderen Ergebnisse“, so Baum. Damit auch am Freitagabend drei Punkte in Schwabmünchen bleiben, sieht er in einigen Bereichen Verbesserungspotenzial. „Wir müssen von hinten raus besser spielen. Da waren wir in der Vorbereitung schon besser“, fordert der Trainer. Auch beim Anlaufverhalten sieht der Trainer noch Verbesserungspotenzial. Doch er will nicht nur kritisieren: „In der ersten Hälfte in Stätzling hatten wir drei oder vier Chancen und daraus zwei Tore gemacht. In der zweiten Hälfte haben wir kaum noch was zugelassen. Daher war der Erfolg schon verdient.“ Und fügt hinzu: „Am Freitag holen wir den nächsten Dreier.“
Für die Fans also ein interessantes Spiel. Und egal wie die Partie ausgeht, danach wird noch gefeiert. „Wir holen unsere Fanfete mit Freibier nach, die am letzten Spieltag der Vorsaison ausgefallen ist“, so Spielleiter Manfred Bock.

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