Gut verkauft, aber nichts geholt

Der TSV Schwabmünchen wartet weiter auf den ersten Punkt in der Fußball-Bayernliga. Beim FC Pipinsried war der Aufsteiger so nah drin, wie noch nie in dieser Saison. Doch am Ende mussten die dezimierten Schwarz-Weißen, Trainer Emanuel Baum musste auf zwölf Spieler verzichten, mit leeren Händen vom Platz schleichen.
Die Vorzeichen für einen Erfolg im Dachauer Hinterland waren denkbar schlecht. Mit nur einem „gelernten“ Außenverteidiger auf dem Spielfeld und kaum Alternativen fürs Mittelfeld auf der Bank gingen die Schwabmünchner in die Partie. Simon Paulus und Benedikt Berger, die beiden in der Vorsaison fast komplett ausfielen, mussten von Beginn an ran.

Pipinsrieds erster guter Angriff sitzt – Schwabmünchen gleicht kurios aus

Die Partie startete flott, Schwabmünchen zeigte sich engagiert und zielstrebig. Doch jubeln durften erst einmal die Gastgeber. Der erste gute Angriff des FCP führte direkt zum 1:0 (8.). Doch Schwabmünchen zeigte sich wenig geschockt und setzte immer wieder offensive Akzente. Nur eines blieb vorerst aus: ein Torerfolg. Nach 18 Minuten waren die Gäste kurz vor dem Ausgleich, doch ein feiner Schlenzer von Maik Uhde tropfte nur auf die Latte. Kurz danach fiel das 1:1 dann doch. Nachdem Maik Uhde im Strafraum gelegt wurde, trat Maximilian Krist zum Elfmeter an, scheiterte jedoch an FC-Torhüter Enrique Bösl, der auch den Nachschuss von Achim Speiser parieren konnte, gegen den zweiten Nachschuss von Maik Uhde dann aber machtlos war. In der Folgezeit entwickelte sich phasenweise ein offener Schlagabtausch, in dem sich vor allem beide Torhüter auszeichnen konnten, wobei Lasse Holthuis auf Schwabmünchner Seite mehr glänzen durfte.
„Die erste Viertelstunde ging klar an Pipinsried, danach war es eine offene Angelegenheit“, urteilte TSV-Trainer Emanuel Baum über die erste Hälfte. Sein Gegenüber Roman Langer stimmte ihm zu und ergänzte: „Phasenweise war es wild.“ Das Urteil der beiden Trainer fasst die ersten 45 Minuten gut zusammen, die richtig gute Unterhaltung boten und vor allem den Schwabmünchnern Hoffnung machten.

Zweite Hälfte: Schwabmünchen benötigt erneut zu lange, um ins Spiel zu kommen

Auch nach der Pause gingen beide Teams mit offenem Visier ins Spiel. Wieder erwischten die Gastgeber den besseren Start, und wieder dauerte es acht Minuten, bis der FCP jubeln durfte. Es war wieder kein schlechter Angriff, den Pipinsried vorgetragen hatte, jedoch hatte auch Torschütze Jaroud Kanze vollkommen frei am langen Pfosten keine allzu schwere Aufgabe, den Ball zu versenken. Schwabmünchen zeigte erneut Reaktion, wollte erkennbar nicht mit leeren Händen den Heimweg antreten.
Das sorgte für Räume, die die Gastgeber versuchten, zu nutzen. Während sich die Schwarz-Weißen oft an der Defensive der Pipinsrieder die Zähne ausbissen, kamen diese immer wieder gefährlich vor das TSV-Tor. Doch ein gut aufgelegter Lasse Holthuis und eine kräftige Portion Fahrlässigkeit verhinderten, dass die Gastgeber ihre Führung ausbauen konnten.

Viel Hektik in der Schlussphase

Schwabmünchen warf in der Schlussphase alles nach vorn und dementsprechend hektisch wurde die Partie. Zuerst holte sich Pipinsrieds Dombrowka die Gelb-Rote Karte ab und durfte sich dabei glücklich wähnen, dass er für sein hartes Einsteigen nicht gleich mit Rot bestraft wurde. Nur wenig später hatte Jaroud Kanze ähnliches Glück, denn auch sein Foul war eines Platzverweises würdig, doch auch da entschied sich Schiedsrichter Julian Perl, der in der Schlussphase leicht den Überblick verlor, auf Gelb.
In dieser Phase zeigte sich auch Schwabmünchens Hauptproblem: aus dem Spiel gelingt den Schwarz-Weißen kein Tor. Auch wenn sie mehr deutlich mehr Chancen generiert hatten, wie in den beiden Spielen zuvor.

FC Pipinsried: Bösl, Keßler (82. Sanawar), Krist, Dombrowka, Reithmeir, Reichl (76. Lobenhofer), Roithmayr (92. Haas), Weihrauch, Petkovic (72. Seifert), Gebert (79. Anyaonu), Kanze

TSV Schwabmünchen: Holthuis, Kusterer, Berger (82. Köbler), L. Boyer (82. Emirzeoglu), Gmell, Paulus (79. Muha), Di Maggio, Krist, P. Boyer, Uhde, Speiser (66. Glöckle)

Schiedsrichter: Perl (Pullach i. Isartal)

Tore: 1:0 Roithmayr (8.), 1:1 Uhde (21.), 2:1 Kanze (54.)

Gelb-Rot: Dombrowka (91. FC Pipinsried), Kanze (94. FC Pipinsried)

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