„Jetzt weißt du, warum wir Letzter sind.“ Das waren die ersten Worte von Oberweikertshofens Trainer Paolo Maiolo nach dem Spiel. Das Schlusslicht hat, am Ende verdient, beim Spitzenreiter Schwabmünchen mit 3:0 verloren. Dabei gingen die Gastgeber erst kurz vor der Pause nach einem Doppelschlag von Maik Uhde in Führung. „Da hätte es auch 2:0 oder gar 3:0 für uns stehen können“, fasst Maiolo zusammen. Und bringt das Problem auf den Punkt: Sein Team macht die Tore nicht.
Auch wenn Schwabmünchen von Beginn an die bestimmende Mannschaft war, hatten die Gäste lange die besten Chancen. Vor allem Dominik Widemann, der nach 24 Minuten eigentlich den SCO frei vor dem Tor in Führung hätte bringen müssen. Da er es jedoch nicht tat, blieb das Spiel weiter offen. Bis zu Maik Uhdes Doppelschlag, der wie eine Vorentscheidung war.
Dass es beinahe bis zur Pause dauerte, ehe Schwabmünchen die Null von der Anzeigetafel brachte, lag vorrangig an der taktischen Einstellung der Gäste. Mit einer gut agierenden Fünferkette machte es der SCO den Gastgebern schwer, trotz mehr Ballbesitz gefährlich zu werden. Klare Chancen waren vorerst Mangelware. Dafür war auch etwas anderes zu sehen: Die Mannschaft brachte den vom Trainerteam geforderten Willen auf den Rasen. Nach etwa einer halben Stunde gab es beinahe den ersten Lohn, als Maximilian Aschner den Ball ins Tor unterbrachte. Doch wegen Handspiels fand der Treffer keine Anerkennung durch den starken Schiedsrichter Raphael Salzberger. Gemessen daran, dass Aschner nicht einmal im Ansatz die Entscheidung anzweifelte, lag der Schiedsrichter wohl richtig.
Kurz danach gab es den ersten Rückschlag für die Gäste. Nachdem SCO-Torhüter Elias Reinert einen Schuss von Tim Uhde stark pariert hatte, war Ende für den Gäste-Schlussmann. Humpelnd musste er vom Platz. Sein Vertreter Marco Dzwonik hatte noch keinen Ball in die Finger bekommen, da musste er diesen schon aus dem Netz fischen. Maik Uhde leitete mit einem Flügelwechsel einen Angriff ein, den er dann selbst per Kopf im Strafraum zum 1:0 verwertete (46.). Drei Minuten später zeigte Schwabmünchens Topscorer seine Spielintelligenz, als er lautstark Matteo Di Maggio aufforderte, nicht zum Ball zu gehen. So stand dieser nur passiv im Abseits und Uhde konnte frei aufs Tor gehen und das 2:0 machen, da die Gäste-Abwehr auf den Pfiff wartete.
Die Schwabmünchner Führung kurz vor der Pause war für die Gäste wie ein K.-o.-Schlag und für die Gastgeber die nötige Befreiung. Nach der Pause hatten die Schwabmünchner das Spiel komplett im Griff, ließen kaum noch Angriffe des Schlusslichts zu. Zwar gelang es den Schwarz-Weißen lange nicht, sich entscheidend in Szene zu setzen, doch je länger das Spiel lief, desto näher kamen sie dem dritten Treffer. Maxi Aschner schaffte es nach einem Patzer des SCO-Torhüters fast, doch aus extrem spitzen Winkel rollte der Ball dann nur die Linie entlang.
So dauerte es bis zur 77. Minute, ehe Philip Gmell einen starken Angriff der Hausherren im Nachschuss zum 3:0 veredelte. Damit war endgültig klar, dass der Spitzenreiter die drei Punkte eingefahren hat. In der Folgezeit gab es sogar noch die eine oder andere Chance auf einen vierten Treffer.
Sebastian Deutscher war am Ende froh um den Erfolg, „auch wenn das nicht unbedingt ein schönes Spiel war“, wie er feststellte. Der Vertreter des erkrankten Trainers Emanuel Baum war vor allem mit dem Willen der Mannschaft zufrieden. „Es war schwer, die Kette der Oberweikertshofer zu knacken, aber die Mannschaft hat es immer wieder versucht und nicht nachgelassen“, lobt er.
TSV Schwabmünchen: Zeche, Kusterer, Schmid, Moser, Uhde, Aschner (67. Gmell), Di Maggio (80. Ammann), Boyer (74. Gumpinger), Kusterer (46. Boyer), Uhde, Glöckle (78. Berger)
SC Oberweikertshofen: Reinert (42. Dzwonik), Hueber, Willibald, Stubhan (67. Andrusyk), Volk, Kopyciok (46. Scheibner), Eck, Leibelt, Tcha-Zodi, Karlitschek (62. Leibelt), Widemann (87. Sdzuy)
Schiedsrichter: Salzberger (Mühldorf a. Inn) - Zuschauer: 287
Tore: 1:0 Uhde (45.+1), 2:0 Uhde (45.+3), 3:0 Gmell (77.)