Das war so nicht geplant. Der Fußball-Landesligist TSV Schwabmünchen musste mit leeren Händen die Rückreise vom Duell gegen den TSV Rain antreten. Am Ende waren es zwei Faktoren, die zur 0:1-Niederlage führten: eine gut 30 Minuten andauernde Schwächephase in der ersten Hälfte, sowie eine erneut mangelhafte Chancenverwertung. Vor allem Letzteres verhinderte am Ende einen durchaus möglichen Punktgewinn.
Das „Schreckgespenst“ Rückrunde scheint somit weiter ein Teil der Schwabmünchner Fußballwelt zu sein. Der ehemals stolze Vorsprung von zwölf Punkten schmilzt weiter vor sich hin und die Schwarz-Weißen laufen Gefahr, sich erneut die guten Leistungen einer Hinrunde vom Papier nehmen zu lassen.
Dabei sah es in Rain zu Beginn gar nicht so schlecht aus. Das Trainerduo Sebastian Deutscher und Luckmann Abdallah – sie mussten ohne den erkrankten Chef-Coach Emanuel Baum auskommen – hatte die Mannschaft gut eingestellt. Schwabmünchen startete spielbestimmend in die Partie. In der ersten Viertelstunde hatte die Begegnung aus Sicht des Spitzenreiters nur einen Makel: Die Schwarz-Weißen waren nicht in der Lage, den guten Start zu vergolden. Und das wäre wichtig gewesen. Denn nach dieser Phase kam es zum Bruch im Spiel der Schwabmünchner.
„Wir können uns nicht wirklich erklären, was da passiert ist“, so Trainer Sebastian Deutscher. Auf einmal war Rain giftiger, gedankenschneller und die bessere Mannschaft. Im Grunde war nur Torhüter Fabio Zeche Herr der Lage, der mehrfach einen Rückstand verhinderte. Nach vorne brachte Schwabmünchen wenig, auch weil sich Maik Uhde oft einer Doppeldeckung gegenübersah und auch der linke Flügel mit Matteo Di Maggio auf ähnliche Weise kalt gestellt wurde.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde schlug dann das Schicksal gleich zweimal zu. Erst bekamen die Gastgeber einen, durchaus zu hinterfragenden, Elfmeter zugesprochen. Rains Michael Knötzinger trat an, scheiterte aber an Fabio Zeche. Doch der Ball prallte zurück zum Schützen, der dann aus sieben Metern keine Mühe hatte, das Spielgerät über die Linie zu bringen. Mit dieser verdienten Führung für die Gastgeber ging es in die Pause.
Sebastian Deutscher und Luckmann Abdallah schienen in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Schwabmünchen legte nach Wiederanpfiff los wie die Feuerwehr. Doch im Vergleich zu den Einsatzkräften fehlte die Ruhe in den Aktionen. Zwar generierte der Spitzenreiter in den ersten Minuten der zweiten Hälfte mehr Chancen als zuvor in 45 Minuten, doch zählbares sprang dabei nicht heraus. Dabei war der Auftritt im zweiten Spielabschnitt ein Guter. Rain kam nur noch zu Konterchancen, dich da war meist Fabio Zeche Endstation. Das half aber am Ende nichts, denn die Schwarz-Weißen wussten auch die besten Chancen zu vergeben.
Dementsprechend frustriert war Sebastian Deutscher nach der Partie. „Da wäre mehr drin gewesen. Die Phase in der ersten Hälfte und die vergebenen Chancen dürfen nicht sein“, kritisiert er. „Vielleicht haben die Jungs nun aber auch endlich verstanden, dass 80 Prozent zu wenig sind. Wir müssen immer alles geben“, ergänzt er.
TSV Rain/Lech: Gordy, Schuster, Schmidt, Ott, Knötzinger (75. Perfetto), Talla (86. Bobinger), Lohner, Joerss (90. Huck), Müller, Schmidt (81. Böhm), Lechner
TSV Schwabmünchen: Zeche, L. Kusterer, Schmid (91. Ott), T. Uhde, Aschner (84. Gmell), Di Maggio, Krist (63. Ammann), P. Boyer, N. Kusterer (81. l. Boyer), M. Uhde, Gumpinger (77. Glöckle)
Schiedsrichter: Wörz (Friesenried) - Zuschauer: 200
Tore: 1:0 Knötzinger (33.)
Besondere Vorkommnisse: Knötzinger (TSV Rain/Lech) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart Zeche (33.).